So. 14.10.
12:00
Sir! No Sir!
USA 2005, R: David Zeiger, 85 Min.
»Sir! No Sir!« ist eine Art Zeitmaschine. Kriegsveteranen berichten über die massenhafte Verweigerung und den Widerstand unter den US-amerikanischen Soldaten während des Vietnamkriegs. Anfangs waren es Einzelgänger, die öffentlich erklärten: Wir gehen nicht nach Vietnam! Was von wenigen Deserteuren und einzelnen »Nein!«-Sagern ausging, wurde zum »militärischen« Massenprotest gegen den Vietnamkrieg, im Verein mit der Anti-Kriegsbewegung, zu deren Hauptaktivisten bald auch Soldaten und Veteranen zählten. Einer der Protagonisten des Films, der Vietnam-Veteran Dave Blalock wird Gast der Matinee sein.
19:00 Die innere Sicherheit
D 2001, R: Christian Petzold, 104 Min. , Darsteller: Julia Hummer, Barbara Auer, Richy Müller,
Seit 15 Jahren lebt ein Paar im Untergrund. Als sich die Bewegung in den neunziger Jahren auflöst tarnen sich die einstigen Militanten an den Stränden Portugals als Touristen. Sie hatten ein Tabu gebrochen und ein Kind gezeugt. Das Mädchen, das nie eine Schule besucht, nie die Kleidung mit ihren Freundinnen tauschen kann, nie den Unterricht schwänzt, durch Städte streift und in Eisdielen rumhängt,  ist allein. Während sich die Eltern eine halbwegs legale Identität in Brasilien zusammenzubasteln, verliebt sich die Tochter. Doch durch eine Unaufmerksamkeit bricht alles zusammen. Noch einmal müssen sie fliehen, und ihre Flucht führt sie nach Deutschland.
21:00 Der Tod der Ratte
F 1973, R: Pascale Aubier, 6 Min.
Der Kurzfilm thematisiert den Zusammenhang zwischen der Gewalt des Fabriksystems und der patriarchalen Gewalt in der Kleinfamilie.
The Weather Underground
USA 2002, R: Sam Green and Bill Siegel, 93Min, engl. OF
Jane Fonda ist in den Sechzigerjahren eine Ikone der Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg. In "The Weather Underground" sieht man sie zu Beginn bei einer politischen Demonstration. Mit bisher wenig bekanntem Archivmaterial bringen Sam Green und Bill Siegel in schnellen Strichen das Bild der Zeit nach dem »Summer of Love« ins Gedächtnis zurück: der Mord der Hells Angels bei einem Konzert der Rolling-Stones, die Überfälle der Manson-Bande, die Bilder vom Massaker in My Lai, den Überfall der amerikanischen Bundespolizei auf eine Gruppe von Black-Panther-Aktivisten.
Aktivisten von damals berichten von ihrem Gang in den Untergrund, vom Versuch, den Krieg mittels Bombenattentaten nach Amerika zu tragen. Ihnen ist es wichtig, keine Todesopfer zu verursachen.  Die ehemaligen Militanten sind heute keineswegs reumütig, obwohl viele von ihnen – für deutsche Verhältnisse kaum vorstellbar - heute gutbürgerliche Existenzen als Hochschullehrer führen.